Robin Hood

England im Jahr 1194. Weil König Richard ist seit Jahren auf Kreuzzugs ist, wird das Land von Sheriffs verwaltet. Der Sheriff von Nottingham missbraucht sein Amt: Er unterdrückt das Volk mit brutaler Gewalt und bereichert sich hemmungslos an den Steuern, die eigentlich dem König gehören. Außerdem hat er es auf die junge Adlige Marian abgesehen, die nach dem Tod ihres Vaters als Besitzerin großer Ländereien eine interessante Partie wäre. Als Marian, die im Kloster erzogen wird, von den Heiratsplänen erfährt, flüchtet sie gemeinsam mit ihrer Freundin, der im Wortsinne schlagfertigen Nonne Seraphina. Im Wald von Nottingham treffen die beiden auf eine Bande von Gesetzlosen, die sich unter der Führung von Robin Hood gegen den Sheriff wehren.

Gemeinsam gelingt es ihnen nicht nur, Will Scarlet vor dem Galgen zu retten. Sie befreien auch die Gefangenen aus dem Kerker des Sheriffs. Als eine der Gefangenen ihnen von einer Urkunde des Königs berichtet, die beweist, dass eigentlich Marians Vater der Sheriff von Nottingham werden sollte, setzen sie alles daran, diese Urkunde zu finden und den Sheriff abzusetzen.

Die beliebte Geschichte um Robin Hood ist in der tradierten Form eine reine Männergeschichte mit der Pointe „Männer mit Waffen werden von anderen Männern mit Waffen besiegt“. Meine Version arbeitet mit zahlreichen starken Frauenfiguren, die als wirkliche Hauptfiguren das Stück prägen und nicht nur schmückendes Beiwerk sind. Dadurch ist das Stück – abgesehen von dem frischen inhaltlichen Zugriff – auch für Ensembles mit einem hohen Frauenanteil geeignet.

Als zusätzliche Ebene gibt es drei Erzählerinnen, die zwischen den Szenen das Geschehen kommentieren, ohne selbst Teil der Geschichte zu sein. Optional kann das Stück auch als reines Sprechstück ohne diese Figuren und ohne Musik aufgeführt werden, ohne das Verständnis der Handlung zu schmälern.