Ein Dschungel-Musical von Claus Martin
Im Dschungel feiern die Affen wieder mal eine rauschende Party. Eine von ihnen, Kala, findet dabei zufällig ein menschliches Baby, dessen Eltern von einem Tiger getötet wurden. Kala beschließt gegen den Widerstand des Anführers Kerchak, das Baby zu behalten und groß zu ziehen. Sie nennt es Tarzan.
18 Jahre später ist Tarzan ein junger Mann. Aber er hat einen schweren Stand innerhalb der Affenhorde – denn er sieht nicht aus wie alle anderen: Er hat weiße Haut und fast keine Haare. Besonders der feindselige Tublat hat es auf ihn abgesehen. Er und seine Kumpels hassen alles, was anders ist als sie, und sie machen ihm das Leben schwer. Dass Tarzan tatsächlich kein Affe ist, versteht er erst, als eine Forschungsexpedition im Urwald ankommt. Professor Porter möchte Gorillas erforschen, der ihn begleitende rücksichtslose Geschäftsmann Clayton jedoch will sie fangen und verkaufen.
Zum ersten Mal in seinem Leben trifft Tarzan Wesen, die so sind wie er: Menschen. Besonders hingerissen ist er von Professor Porters Tochter Jane. Und auch sie ist fasziniert von dem geheimnisvollen Dschungelmenschen, der die Sprache der Tiere spricht. Clayton ist ebenfalls fasziniert von Tarzan, wenn auch aus anderen Gründen: Er wittert ein großartiges Geschäft mit der Idee, ihn auf Jahrmärkten auszustellen.
Obwohl Tublat die Affen gegen die Menschen aufzuhetzen versucht, bleibt Kerchak vernünftig und befiehlt den Affen, sich zu verstecken, bis die Menschen den Wald wieder verlassen haben. Jedoch gelingt es Clayton, das Versteck ausfindig zu machen und alle Affen einzusperren und in Ketten zu legen. Doch Tarzan und Jane schaffen es in letzter Sekunde, Clayton zu überlisten und die Affen zu retten.
Tarzan“ ist eine sehr bekannte Geschichte, die unzählige Male verfilmt wurde. In dieser Version wird die Story völlig neu erzählt. Das Stück behandelt das leider sehr aktuelle Thema Ausgrenzung auf eine völlig unerwartete Weise, indem es eine Identifikationsfigur (den Menschen Tarzan) zum Opfer von Anfeindungen durch die „Mehrheitsgesellschaft“ der Affen werden lässt. Die Geschichte ist gleichermaßen spannend und amüsant und vermittelt das anspruchsvolle Thema ohne erhobenen Zeigefinger.
Neben den Hauptfiguren gibt es ein großes Ensemble, das aus Affen besteht. Durch die extreme Körperlichkeit der Affen eignet sich das Stück hervorragend für jugendliche Akteure: Man muss sich viel bewegen, die Affentänze sind choreographisch interessant – und Affen zu spielen macht einfach wahnsinnig Spaß.